Humboldt-Universität zu Berlin - Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften

 
 

Qualität in der Lebensmittelproduktion

Projektfragen

 

Das Themenfeld

Das Thema Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln taucht regelmäßig in den öffentlichen Medien auf. Eine Reihe von Skandalen hat zu einer tiefgreifenden Verunsicherung der Verbraucher geführt.

Abb.: Herppich
UV-C Anlage Bildquelle: Herppich 2011   

Sowohl die Europäische Union, nationale Regierungen als auch die Privatwirtschaft haben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um diese Verunsicherung abzubauen und sicherzustellen, dass keine Gefährdungen durch den Verzehr von Lebensmitteln auftreten. Die Erfahrung zeigt aber, dass ein absoluter Schutz in den zunehmend anonymer werdenden Wertschöpfungsketten kaum zu realisieren ist. Unabhängig vom Thema Lebensmittelsicherheit wird aber auch die Frage diskutiert, ob die mit einer zunehmenden Verarbeitung und den sich ändernden Lebensstilen einhergehenden Ernährungsgewohnheiten tatsächlich eine gesunde Ernährung garantieren und welche Verantwortung den Unternehmen zukommt, die diese Lebensmittel herstellen und vermarkten. Viele der heutigen Zivilisationskrankheiten lassen sich auf eine einseitige und wenig ausgewogene Ernährung zurückführen.

Die Wahrnehmung der Qualität durch die Verbraucher beschränkt sich aber nicht allein auf die Produkte, sondern schließt vielmehr auch die Art und Weise mit ein, wie diese Produkte erzeugt werden.

  • Genügen Produktionsprozesse sozialen Standards?
  • Wie belastend sind Produktion und Vermarktung für die Umwelt und das Klima?
  • Ist die Verteilung der Wertschöpfung in den Lebensmittelketten fair oder werden Familien - insbesondere in Entwicklungsländern - dabei ausgebeutet?

Durch die Einführung von Sozial- und Umweltstandards versucht man heute Mindestanforderungen zu definieren, denen die Produktion genügen soll.

Eine Reihe von Untersuchungen belegen, dass es für den Verbraucher immer schwieriger wird, die Qualität von Lebensmitteln einzuschätzen. Das trifft insbesondere auf verarbeitete und verpackte Lebensmittel zu, bei denen Inhaltsstoffe und Frische oftmals nicht klar erkennbar sind. Auch fällt es den Konsumenten schwer, die tatsächliche Frische von unverpackten Lebensmitteln - insbesondere von Fleisch, Obst und Gemüse oder auch Eiern im Laden zu erkennen und in ihre Kaufentscheidungen mit einzubeziehen. Hier müssen effizientere Systeme zur Information von Verbrauchern geschaffen werden. Es geht dabei um die Frage, wie der Schutz der Verbraucher in zunehmend anonymer werdenden (internationalen) Wertschöpfungsketten sichergestellt werden kann.

Zum Thema Nahrungsmittelsicherheit und Nahrungsmittelqualität arbeitet die Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät der Humboldt-Universität mit vielen anderen Institutionen deutschland- und weltweit auch disziplinübergreifend in verschiedenen Projekten zusammen. Die Ergebnisse einiger dieser Projekte werden im Cluster Nahrungsmittelsicherheit und –qualität bei der diesjährigen langen Nacht der Wissenschaften vorgestellt.