Humboldt-Universität zu Berlin - Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften

 


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Schweinehaltung neu gedacht: Kot-Harn-Trennung, kein Kupieren, Kastrieren oder Kastenstand: Auswirkung auf Tiergesundheit, Verhalten, Arbeitszufriedenheit und Umwelt


In der konventionell üblichen Schweinehaltung dominieren Haltungssysteme, die nicht oder bedingt verhaltensgerecht sind, wie z.B. der Kastenstand, das Flatdeck und unstrukturierte Einflächenbuchten ohne geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten. Logo_BLE_d

Die Folge sind Verhaltensprobleme wie Ferkelerdrücken, Schwanzbeißen und mangelnde Tiergesundheit. Einige der Erreger besitzen dabei auch zoonotisches Potential, teilweise ohne beim Schwein aufzufallen.

Neben dem Tierwohl sind Umweltschutzaspekte aus der Tierhaltung ein zentrales Problem, was unter anderem durch Ammoniakemissionen in Regionen mit einer hohen Konzentration an tierhaltenden Betrieben zum Ausdruck kommt. Diese führen leider häufig zu Zielkonflikten im Zusammenhang mit einem Umbau von Haltungssystemen in Richtung von mehr Tierwohl.

Da von einer verbesserten Haltung und optimierten Kot-Harn-Management entscheidende, direkte und indirekte Einflüsse auf die Gesundheit der Schweine ausgeht, braucht es dringend andere Haltungsverfahren zur Verbesserung des Gesundheitsstatus und Wohlbefindens der Tiere und zugleich zur Reduktion der Emissionsbelastung im Sinne eines verbesserten Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutzes sowie der gesellschaftlichen Akzeptanz der Schweinehaltung in Deutschland.

Ziel des Projekts ist daher die wissenschaftliche Beurteilung eines neuartigen Schweinehaltungssystems ohne Kastenstand und ohne nicht-kurative Eingriffe (Kupier- und Kastrationsverzicht) bei gleichzeitiger Optimierung des Emissions-managements. Mit Hinblick auf die Ziele der Nutztierstrategie zur Verbesserung des Tierwohls stehen tierbezogene Analysen zur Bewertung von Tierwohl anhand des Verhaltens der Tiere in einem Systemvergleich zu herkömmlicher Schweinehaltung im Fokus. Dieser Systemvergleich wird komplettiert durch eine Quantifizierung des allgemeinen Gesundheitsstatus, speziell des Entzündungs- und Nekrosegeschehens einerseits und durch die Messung von Emissionen und Umweltauswirkungen der betriebseigenen Entwicklung zur Kot-Harn-Trennung andererseits. Darüber hinaus erfolgt eine Beurteilung arbeitswirtschaftlicher Parameter und der Arbeitszufriedenheit im neuen Haltungssystem im Vergleich zum herkömmlichen.

Logo_BMEL_d Lässt sich ein positiver Effekt des zu untersuchenden Haltungssystems auf den Gesundheitsstatus und das Wohlbefinden der Tiere feststellen, stellt dieses Haltungssystem einen überaus vielversprechenden Schritt in Richtung gesellschaftlich akzeptierter Nutztierhaltung dar. Sind darüber hinaus eine Reduktion der Umweltbelastung sowie eine Steigerung der Arbeitszufriedenheit nachweisbar, wäre dieses Haltungssystem ein Vorzeigebeispiel für nachhaltige Schweinehaltung.

Projektleitung:

Prof. Dr. Edna Hillmann


Mitarbeiter:


Maximilian Knoll


Beteiligte Organisationen:

Justus-Liebig Universität Giessen, Klinik für Schweine

Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB), Abteilung Technik in der Tierhaltung


Mittelgeber:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung


Laufzeit:

12/2021 - 11/2024