Humboldt-Universität zu Berlin - Department für Agrarökonomie

BMZ Zambia Portfolios

Erprobung von anreizbasierten Agrarportfolios für Ernährung und Resilienz in Sambia (BMZ Zambia Portfolios)

Arbeitspaket: Wertschöpfungsketten, einheimische Lebensmittelkulturen, unter-nehmerische Fähigkeiten, unternehmerische Bestrebungen und Modernisierungsstrategien.

 

Übersicht

Die Verfügbarkeit und der Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln über das ganze Jahr hinweg sowie die Bekämpfung von Armut sind wichtige Entwicklungsziele in ganz Afrika. Viele kleinbäuerliche Betriebe stehen zunehmenden biophysikalischen Bedrohungen, die aufgrund von Klimaschwankungen und -veränderungen vorherrschen sowie die Verringerung der Bodenfruchtbarkeit gegenüber. Das Projekt untersucht, inwiefern das Sammeln von essbaren einheimischen Pflanzen und deren Produktion als komplementärer Weg zur Verbesserung der Nahrungssicherung und Armutsbekämpfung dienen kann.

Allerdings sind Märkte für viele dieser einheimischen Nahrungspflanzen nur schwach ausgeprägt und das unternehmerische Handeln von Kleinbauern ist dadurch eingeschränkt. Des Weiteren ist das wirtschaftliche Potenzial einheimischer Pflanzen im Hinblick auf das generieren von Einkommen in ländlichen Gebieten und die Diversifizierung von Nahrungsmitteln für Verbraucher in urbanen Gebieten begrenzt.

Vor diesem Hintergrund zielt das Gesamtprojekt darauf ab, zur Verringerung von Unterernährung und Armut in bäuerlichen Haushalten beizutragen, indem kleinbäuerliche Interventionen entwickelt werden. Die Interventionen sollen dazu beitragen, saisonalen Hunger und Ernährungslücken zu minimieren. Außerdem soll dadurch die Ernährung und die Einkommensmöglichkeiten der Kleinbauern in Sambia diversifiziert werden. Somit ist das Ziel unseres Projekts bäuerlichen Haushalten durch einen zahlreichen Anbau vielfältiger Obstbäume (einschließlich Kultur- und Wildfrüchte) und die Integration solcher in bestehende Gemüse-, Hülse- und Grudnahrungssysteme, eine verbesserte Ernährung und Widerstandsfähigkeit zu bieten. Durch diese Maßnahmen können Kleinbauern ihre gesundheitliche Situation, ihre Lebensgrundlage und ihre Umwelt verbessern.

 

Bestandteile

Wir entwickeln ein Portfolio von Bäumen (und anderen ergänzenden Pflanzen), die Mikronährstoffe liefern, und verteilen es an 10.000 Haushalte. Das Projekt wird in drei Provinzen in Sambia durchgeführt - Eastern, Muchinga und Central.

Das Projekt besteht aus sechs miteinander verknüpften Komponenten. Bei den ersten vier handelt es sich um wissensbasierte Aktivitäten, die sich auf das Sammeln von Erkenntnissen zur Anpassung und Kontextualisierung des innovativen Portfolios von Nahrungsbäumen und -pflanzen konzentrieren, sowie um zwei Outreach-Aktivitäten, die den Grundstein für eine Ausweitung des Projekts legen.

Komponente 1. Bewertung der Akzeptanz von Nahrungsbaumkulturen in Kenia unter der Verwendung eines differenzierten Akzeptanzgradienten, um die Technologieübernahme zu bewerten und Informationen für die weitere Pilotierung in Sambia zu erhalten.

Komponente 2. Anpassung des Portfolios nahrhafter Nahrungsbaumkulturen für drei Standorte in Sambia, um saisonale Nahrungsmittel- und Nährstofflücken in der lokalen Ernährung zu schließen.

Komponente 3. Validierung und Verfeinerung des Portfolios an Nahrungsbaumpflanzen durch eine Analyse des landwirtschaftlichen Systems und Verständnis der Wünsche der Landwirte, einschließlich mit der Berücksichtigung von Geschlecht und Jugend.

Komponente 4. Schaffung der Grundlagen für die Einführung und Erkundung von Marktchancen und Wertschöpfungsketten für vorrangige Produkte aus dem Portfolio der Nahrungsbaumpflanzen .

Komponente 5. Schaffung eines günstigen Umfelds für die Ausweitung des Programms durch die Verbesserung der Infrastruktur des Saatgutsystems durch drei Ressourcen- und Lieferzentren für Qualitätssaatgut und die Produktion von Setzlingen.

Komponente 6. Stärkung der Kapazitäten von Beratern und Kleinbauern durch die Schulung von mindestens 100 NARS, Entwicklungsorganisationen und Beratern des Privatsektors im Hinblick auf den Aufbau und die Verwaltung eines Portfolios von Nahrungsbäumen und -pflanzen sowie Entwicklung und Verbreitung von drei maßgeschneiderten Kommunikationsprodukten für Kleinbauern.

Die Humboldt-Universität leitet die Komponente 4 - Erkundung von Marktchancen und Interventionen in der Wertschöpfungskette für vorrangige Produkte aus dem Portfolio der Nahrungsbaumkulturen. Im Mittelpunkt der Komponente steht die Frage, wie die Entwicklung von Wertschöpfungsketten für einheimische Nahrungspflanzen Anreize für diversifizierte Nahrungsmittelsysteme schaffen kann. Konkret zielt es darauf ab, i) bestehende Wertschöpfungsketten und potenzielle akteursgetriebene Strategien zur Aufwertung und Kommerzialisierung wichtiger einheimischer Nahrungspflanzen zu bewerten, ii) die bedingten Bündelungseffekte von Unternehmertum und Ressourcen auf die Geschäftsergebnisse von Akteuren in Wertschöpfungsketten zu analysieren, iii) zu erforschen, wie kleinbäuerliche Akteure ihre interorganisatorischen Beziehungen nutzen, um die Geschäftsergebnisse in einem instabilen Umfeld zu verbessern, und iv) die Auswirkungen von kleinbäuerlichen Geschäftsstrategien und Unternehmertum auf die Diversifizierung von Agrarunternehmen, Marketingentscheidungen und das Wachstum entlang von Wertschöpfungsketten für wichtige Nahrungspflanzen zu untersuchen.


Projektlaufzeit: 01.01.2021 – 31.04.2024

Partner: International Centre for Research in Agroforestry (ICRAF), Community Markets for Conserva­tion (COMACO), Zambian Agricultural Research Institute (ZARI), und University of Zambia (UNZA)

Mittelgeber: Dieses Projekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert und über den Fonds Förderung Internationale Agrarforschung (FIA) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) durchgeführt.

Förderkennzeichen: 81260863

Projekt webseite: https://worldagroforestry.org/project/piloting-incentive-based-agricultural-portfolios-nutrition-and-resilience-zambia  

Kontakt: Prof. Dr. Dagmar Mithöfer, Dr. Ayobami Adetoyinbo

 

 

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Foto: Ayobami Adetoyinbo