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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissenschaftliche Fakultät - Ökonomik ländlicher Genossenschaften

Forschung

Das Fachgebiet Ökonomik ländlicher Genossenschaften erforscht Wirkungen und Entwicklungspfade von Genossenschaften. Dabei sind die Fragestellungen auf drei besonders aktuelle und praxisorientierte Themenbereiche eingegrenzt:

1. Performance

Im gegenwärtigen Wandel ist zu erwarten, dass die Vorstellungen, die Genossenschaftsmitglieder von der Leistung ihrer Genossenschaft haben, sich verändern und dabei in der Mitgliederwahrnehmung andere Attribute der Dienstleistung wichtig werden, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Deshalb können Forschungsergebnisse zur Beurteilung der Leistungen von Genossenschaften nicht nur betriebliche Kennzahlen, sondern auch sich ändernde Werturteile und Präferenzen der Erzeuger selbst beschreiben und dadurch wichtige Orientierungspunkte fü r die Weiterentwicklung ländlicher Genossenschaften   bereitstellen. Hierbei kommen beispielsweise Leistungen aus der Gewährung von Liefer- und Abnahmegarantien, dem Pooling von Preisrisiken, der Herstellung von Mitgliederidentität mit der genossenschaftlichen Unternehmensstrategie und bestimmten Kontrollrechten eine besondere Rolle zu. » PERFORMANCE

2. Marktstruktur/ Marktposition

Wenn Genossenschaften einen hohen Marktanteil innehaben können sie eine wichtige Funktion im Verlauf der immer stärker werdenden Konzentration im Agrar- und Ernährungssektor spielen. Verbleiben sie auf ihrem Wachstumspfad in Erzeugerhand so haben sie das Potenzial für ein vergleichsweise stabiles und hohes Erzeugerpreiseniveau in einem ansonsten von Investoreninteressen geprägten Marktumfeld zu sorgen. Dort wo sich solche Zusammenhänge zwischen Erzeugerpreisniveau, Konzentrationsmaßen und genossenschaftlichem Organisationsgrad aufdecken lassen, sind entsprechende Schlussfolgerungen für die Beurteilung  genossenschaftlicher Fusionen und Rückschlüsse auf die Gestaltung der zukünftigen Agrarpolitik und der Wettbewerbspolitik unter Berücksichtigung bekannter Politikziele wie gleichgewichtige Märkte, nachhaltige Produktionsstrukturen und faire Erzeugerpreise innerhalb der EU zu ziehen. » MARKTSTRUKTUR

3. Governance und Wandel

Dieser Bereich widmet sich der Frage, wie sich die Genossenschaften in ihrem internen Aufbau und in ihren Kontrollstrukturen an die oben skizzierten Veränderungsprozesse im Agrar- und Ernährungssektor anpassen, welche Kompromisse zwischen traditionellem Design und den Anforderungen des Marktes dabei typischerweise eingegangen werden und wie Erscheinungsformen genossenschaftlicher Zusammenarbeit in der Zukunft aussehen werden. Hierbei werden Beispiele aus Deutschland international verglichen, bestimmte Lebenszyklen Krisen und Erfolgen zugeordnet und die Vor- und Nachteile neuer Modelle genossenschaftlicher Zusammenarbeit analysiert vor dem Hintergrund internationaler Erfahrungen analysiert. » GOVERNANCE