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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissenschaftliche Fakultät - Pressemitteilungen

Nachruf auf Prof. Dr. Dr. hc. Joachim Hans Weniger

Nachruf auf Prof. Dr. Dr. hc. Joachim Hans Weniger

Quelle: privat

 

 

Nachruf

 

Prof. em. Dr. Dr. hc. Joachim Hans WENIGER

geb. 22.02.1925

gest. 28.09.2015

 

 

 

Ein gutes halbes Jahr nach Vollendung seines 90. Geburtstages ist Professor Weniger von uns gegangen. Neben seiner Familie trauern auch die Kollegen, die seinen vielschichtigen beruflichen Werdegang mitverfolgt haben sowie auch die vielen Absolventen der agrarwissenschaftlichen und veterinärmedizinischen Studiengänge an der HUB und der FUB, die ihn als Hochschullehrer verehrten.

Eine Überschau seines vielschichtigen wissenschaftlichen Wirkens weist ihn nicht nur als engagierten Hochschullehrer sondern auch kraft seiner nationalen und internationalen Forschungserfahrungen weltweit als anerkannten Repräsentanten der Tierzuchtwissenschaft aus. Professor Weniger wurde im Vogtland geboren. Nach Abitur und Militärdienst absolvierte er gemäß der damaligen Studienordnung eine zweijährige Lehrzeit, an die sich dann von 1947 bis 1950 seine akademischen Studien in Jena und Leipzig anschlossen. Seiner Grundausbildung folgten dann 1958 seine langjährige Uni-Laufbahn als wissenschaftlicher Assistent und dann nach erfolgter Habilitation seine Forschungstätigkeit an der Uni Halle sowie anschließend an der Uni Göttingen mit besonderer Betonung der für die Qualitätserzeugung beim Schwein sowie der wichtiger werdenden Thematik der Schlachtleistungsbewertung für merkantile und züchterische Zwecke. Seine Berufung nach Berlin zum ordentlichen Professor und Direktor des Dahlemer Instituts für Tierproduktion an der TU Berlin erlaubte die Weiterverfolgung der Probleme der Qualitätsverbesserung in der Tierzucht. Außerdem widmete sich Weniger im Hinblick auf die neu aufgenommene Forschungszielsetzung den Fragen der Adaptation und Akklimatation an tropischen Entwicklungsländer-Standorten.

Der wissenschaftliche Fundus seiner Forschungsaktivitäten beruhte sowohl auf seinen Organisationstalenten als auch auf seinen Befähigungen zur Planung und zur Kooperation bei der Durchführung wissenschaftlicher Projekte im Inland als auch später verstärkt unter (sub-)tropischen Standortbedingungen. Nicht zuletzt führte die breite Basis der Forschungshorizonte des Instituts zu einem wachsenden Interesse von Doktorandenbewerbern der Landwirtschaft und Veterinärmedizin.

Nach der deutschen Einheit fusionierte der Fachbereich Internationale Agrarentwicklung der TU Berlin mit der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der HU Berlin, an die auch Professor Weniger wechselte.

In den folgenden Jahren galt sein intensives Engagement der Neugestaltung des „Forschungsinstituts für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere“ in Dummerstorf bei Rostock, dem heutigen Leibniz-Institut für Nutztierbiologie. Sein langjähriger Einsatz für dieses Institut trug maßgeblich dazu bei, dass diese Einrichtung eine weit über Mecklenburg-Vorpommern und Deutschland hinaus anerkannte Stellung einnehmen konnte.

Für seine besonderen Verdienste um die Wissenschaft und das Wissenschaftsmanagement wurde Prof. Dr. Joachim Weniger mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.

 

Prof. i.R. Peter Horst                                                                     Bettina Klotz