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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissenschaftliche Fakultät - Ressourcenökonomie

Dissertation von Katja Arzt

Lokale Partizipation und nachhaltige Ressourcennutzung. Eine institutionelle Analyse von Agrar-Umwelt-Foren

Beginn: 2001

Ende: 2008
 

Können Menschen mit unterschiedlichen Interessen, Werten und Kenntnissen ihre lokalen Umweltprobleme gemeinsam lösen? Die vorliegende Arbeit über „lokale Partizipation und nachhaltige Ressourcennutzung“ befasst sich mit dieser Frage, weil beobachtet werden konnte, dass zahlreiche Agrarumweltprogramme und Umweltprojekte, die am grünen Tisch und damit fernab von den lokal Betroffenen entworfenen wurden, nur ungenügende Akzeptanz fanden und die so erreichbaren ökologischen Verbesserungen unzureichend waren. Eine Lösung dieses Problems wird häufig u.a. darin gesehen, die betroffenen Akteure selbst bei der Entscheidungsfindung mitwirken zu lassen. Ziel der Arbeit ist es, etwas über die Gründe für den Verlauf von Partizipationsprozessen zu erfahren. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen Institutionen, d.h. Systeme von Regeln, die Akteure in einem Partizipationsprozess entwickeln, um gemeinsam zu Entscheidungen zu gelangen. Im theoretischen Teil der Arbeit werden zur Erklärung der Verhaltensweisen der Akteure zwei Thesen entwickelt. Die eine stellt bestehende Machtasymmetrien zwischen den Beteiligten, die andere vor allem die Art und Weise der Gestaltung von Gruppenprozessen in den Mittelpunkt der Erklärung. Am Beispiel von zwei „Agrar-Umwelt-Foren“ werden die jeweils etablierten Regeln der Zusammenarbeit und die Gruppenprozesse beschrieben. Es werden unterschiedliche Merkmale der Gruppen und ihrer Mitglieder empirisch untersucht (z.B. der historische und sozio-kulturelle Hintergrund und Charakteristika der beteiligten Akteure), um die beobachteten Interaktionen zu erklären. Im Ergebnis werden die dynamischen Wechselbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Einflussfaktoren auf den Partizipationsprozess zu einem Gesamtkonzept vereint. Die Etablierung von Agrar-Umwelt-Foren kann demnach im Sinne einer nachhaltigen Generierung von Institutionen gelingen, wenn sowohl das institutionelle Umfeld als auch gruppendynamische Dimensionen bei der Prozessgestaltung adäquat berücksichtigt werden. Die empirischen Ergebnisse der Arbeit werden zum Anlass genommen, um abschließend einige Gestaltungsempfehlungen für Partizipationsprozesse dieser Art vorzutragen.
 
Betreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Hagedorn