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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissenschaftliche Fakultät - Ressourcenökonomie

Dissertation von Majdi Gouja

Institutionelle Analyse von Implementierungshindernissen multilateraler Umweltabkommen: Erklärungsansätze am Beispiel der Ramsar Konvention auf der Insel Djerba

Beginn: April 08
Ende: Dezember 13

Aufgrund ihrer geringen Größe, begrenzten Ressourcenausstattung, einer stetig steigenden anthropogenen Belastung des Ökosystems und nicht zuletzt des herrschenden ariden Klimas leidet die tunesische Insel Djerba unter enormen ökologischen Problemen insbesondere in den Küstenregionen. Die Entwicklung des Massentourismus und die damit verbundene notwendige Ressourcenmobilisierung sind die treibenden Kräfte der dramatischen Degradierung des ursprünglichen Inselsystems. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat die tunesische Regierung im Jahre 2007 drei Marinen- und Küstengebiete auf der Insel Djerba zu Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung erklärt und sie in die Ramsar-Liste eintragen lassen. Trotz diesem scheinbar positiven Wandel in der Wahrnehmung der Umwelt- und Ressourcendegradierung durch die Zentralregierung und der damit verbundene Willenserklärung, die Anforderungen der Ramsar-Konvention zu erfüllen, ist es bis zum heutigen Tag zu keiner Implementierung dieses Abkommens auf der Insel Djerba gekommen. Grundlegendes Ziel der Dissertationsarbeit ist es, die Problematik der Umsetzung internationaler Umweltpolitiken als Ergebnis von institutionellen Wandelprozessen auf lokaler Ebene zu erforschen, unter besondere Betrachtung der politischen und ökonomischen Merkmale des autokratischen Regimes in Tunesien vor der Revolution, sowie des inselspezifischen sozioökonomischen und institutionellen Kontextes. Theorien institutionellen Wandels (Verfügungs- und Nutzungsrechtstheorie und Verteilungstheorie), die Theorie des kollektiven Handelns sowie die „Interactive Governance Theory“ werden in dieser Arbeit herangezogen und ihr Erklärungspotential für den vorliegenden Sachverhalt untersucht. Die Wahl diesen Theorien beruht auf ihrer Kompatibilität mit dem „Institutions of Sustainability“ (IoS)-Analyserahmen, der einen besonderen Akzent auf die in der Handlungsarena stattfindenden Transaktionen und die darin involvierten Akteure sowie auf die existierenden Institutionen und Koordinationsstrukturen innerhalb eines Sozio-Ökologischen Systems setzt. Es werden empirische Methoden aus dem Bereich der qualitativen Fallstudienanalyse angewendet. Die Datenerhebung soll mittels einer Dokumentenanalyse und durch Experteninterviews gewährleistet werden.

Bearbeiter: Gouja, Majdi

Betreuer: Prof. Dr. Dr. h. c. Konrad Hagedorn / Dr. Christian Schleyer

Finanzierung: Humboldt-Universität zu Berlin


Veröffentlichungen und Vorträge: Siehe