Direkt zum InhaltDirekt zur SucheDirekt zur Navigation
▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissenschaftliche Fakultät - Ressourcenökonomie

Dissertation von Bhuvanachithra Chidambaram

Fahrzeugemissionsreduzierung - Ein experimenteller Ansatz für die Analyse von nachhaltigem Verkehr, Strategien und Lösungen

Beginn: Februar 2010
Ende: Januar 2014

Staus gehören zu den wachsenden Verkehrsproblemen in der indischen Megacity Hyderabad. Sie schaffen negative externe Effekte für die Pendler in Form von Fahrzeug-Emissionen und anschließender Luftverschmutzung. Die Stadt hat zwei verschiedene Ansätze, um das Problem der Überlastung anzugehen: Engineering-Ansatz und das politische Konzept. Engineering-Ansatz umfasst Verkehrs-Modelle und Software. Dieser Ansatz konzentriert sich vor allem auf die Verbesserung der Straßeninfrastruktur. Der institutionelle Ansatz umfasst Verkehrspolitik und Verkehrsregeln, die nur selten und ineffektiv umgesetzt werden. Es wird beobachtet, dass es eine Diskrepanz zwischen diesen beiden Ansätzen in der Stadt gibt. Einer der wesentlichen Gründe könnte sein, dass diese beiden Ansätze meist die vielfältigen Entscheidungen von Menschen auf der Straße vernachlässigen. Daraus ergibt sich mangelnde Akzeptanz von Verkehrspolitik und Straßenbauprojekten. Verkehrsregeln oder Verkehrsmaßnahmen der Stadt verfehlen den Zweck der Stauvermeidung. Um diese Lücke zu überbrücken, verwendet die Forschung sowohl Ingenieur- als auch institutionelles Werkzeug unter Einbeziehung der Entscheidungsfindung der Bevölkerung. Als Engineering-Tool wird ein Fahrzeug-Emissions-Modell verwendet, um die Fahrzeug-Emissionsklassen für vier repräsentative Strecken in Hyderabad zu schätzen. Das Schätzergebnis beweist die signifikante Beziehung zwischen Fahrzeug-Emissionsklassen und Verkehrsstaus. Es gibt drei wesentliche Einschränkungen in der Stadt, die Staus verursachen: 1. Physische Zwänge, d.h. Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage von Fahrzeugen; 2. Verhaltensmaßregeln in Bezug auf die Entscheidungsfindung der Fahrzeugführer; 3. Instiutionelle Zwänge, d.h. unwirksame Verkehrsmaßnahmen. Unter mikroskopischer Analyse stellt man fest, dass die Stadt das Problem der unwirksamen Straßenraumausnutzung die Bildung von Staus verstärkt. Ein Grund ist der überproportionale Anstieg der privaten Fahrzeuge wie PKW und Zweiräder im Vergleich zum öffentlichen Nahverkehr. Es wird beobachtet, dass der Konflikt zwischen Eigeninteresse und dem gemeinsamen Interesse von Pendlern im Hinblick auf ihr Reiseverhalten übertragen wird. Unter dem spieltheoretischen Ansatz wurde dieses Problem als Problem der Koordinierung unter Pendlern im Stadtverkehr identifiziert. Dies betont ferner die Bedeutung der Verkehrsinstitutionen wie nachfragebasierte Verkehrsmaßnahmen, um dieses Problem zu minimieren. Die theoretische Perspektive leitet empirische Konzepte für die Analyse der Entscheidungsprozesse von Pendlern durch experimentelle Methoden in Bezug auf Pendlerpräferenzen ab. Der Modus Wahlexperiment wurde entwickelt. Er umfasst die Teilnehmer, die regelmäßig in Hyderabad pendeln. Zu untersuchen ist das Experiment, ob die Koordinierung des Problems mit Hilfe der nachfragebasierten Verkehrsmaßnahmen minimiert werden kann. Die Erkenntnisse aus dieser Forschung können zu politischen Empfehlungen führen für die Bereitstellung nachhaltiger Transportlösungen, um die Bildung Verkehrsstaus in Hyderabad zu verringern.


Bearbeiter: Chidambaram, Bhuvanachithra

Kooperationspartner: PTV-AG Karlsruhe

Betreuer: Prof. Dr. Dr. h.c. Konrad Hagedorn, Prof. Dr.Marco Janssen

Finanzierung: Deutscher Akademischer Austausch Dienst (DAAD)

Veröffentlichungen und Vorträge: Siehe