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Humboldt-Universität zu Berlin - Lebenswissenschaftliche Fakultät - Gender und Globalisierung

Mahlzeitenkulturen

Mahlzeitenkulturen

Tagtäglich ernähren wir uns von landwirtschaftlichen Produkten, die wir meist nicht als Rohprodukte zu uns nehmen, sondern in zubereiteter oder gekochter Form. Hier setzt das Konzept der Mahlzeitenkulturen an und verknüpft damit zwei oft als getrennt verstandene Sphären: Produktion und Konsum. Praktiken der Mahlzeit werden als sozio-kulturell, ökologisch, ökonomisch und politisch eingebettet verstanden. Damit finden Themen wie Zubereitungswissen, Arbeitsteilung, lokale Einbettung sowie Präferenzen und Tabus, die Mahlzeitenkulturen prägen, Berücksichtigung.

Ziel des Ansatzes ist es, die Analyse des Ernährungssystems um die Untersuchung alltäglicher Praktiken der Beschaffung, Zubereitung und des Essens zu erweitern und somit reproduktive Aktivitäten sichtbar zu machen. Dies ist aus einer Geschlechterperspektive besonders bedeutsam, da die Herausstellung der Verwobenheit von produktiver und reproduktiver Arbeit eine lange Tradition in der feministischen Ökonomiekritik hat und im Rahmen von Sorge- und Fürsorgepraktiken (Care) verhandelt wurde und wird. Die Mahlzeitenkulturen könne in dem Sinne als produktive Fürsorgepraktiken verstanden werden, welche in spezifische sozio-ökologische Kontexte eingebettet sind.

Der Ansatz der Mahlzeitenkulturen wurde von der ehemaligen Mitarbeiterin von Parto Teherani-Krönner erarbeitet und wird durch die Arbeit des Fachgebietes Gender und Globalisierung kontinuierlich weiterentwickelt.