Direkt zum Inhalt Direkt zur Suche Direkt zur Navigation
Heute « Mai 2012 »
Mai
MoDiMiDoFrSaSo
123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031

Humboldt-Universität zu Berlin - Kooperationswissenschaften

Humboldt-Universität zu Berlin | Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät | Kooperationswissenschaften | Forschung | ENERGENO – Ist genossenschaftlicher Strom mehr wert? Zur Zahlungsbereitschaft für genossenschaftlichen Strom

ENERGENO – Ist genossenschaftlicher Strom mehr wert? Zur Zahlungsbereitschaft für genossenschaftlichen Strom

In vielen genossenschaftlichen Sektoren sind Neugründungen rückläufig. Fusionsbedingt sinkt sogar die absolute Anzahl an Genossenschaften. Ein Sektor widersetzt sich jedoch diesem Trend und verzeichnet hohe Zuwächse an Kapital, Mitgliedern und Neugründungen – die Energiegenossenschaften.
Der Wertewandel hin zu einer nachhaltigen Ökonomie, der jüngst beschlossene Wiederausstieg aus der Atomenergie und die Energiewende in Deutschland stellen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen dar. Der Ausbau der Netze, Speicher und erneuerbaren Erzeugungskapazitäten, bei gleichzeitig leeren Kassen und dem offenkundigen Begehren der Bürger nach Beteiligung an den zentralen Infrastrukturen, stellen nicht nur technische, sondern auch institutionelle und organisatorische Herausforderungen dar. Strom ist dabei längst kein homogenes Gut mehr. Das „Wie“ der Strombereitstellung – also auch die Frage nach der Organisationform des Versorgers – führt zu einer immer stärkeren Differenzierung des Produkts Elektrizität. Ob Bürgerbeteiligung, der zunehmende Koordinationsbedarf zwischen Konsument und Produzent, externe Effekte erneuerbarer Energien oder die Förderung lokaler Wertschöpfung – die Genossenschaft scheint oftmals das ideale Organisationsmodell zu sein.
In der wissenschaftlichen Analyse werden Energiegenossenschaften oft isoliert von anderen Organisationsformen betrachtet. Dies führt dazu, dass die Frage des komparativen Vorteils der Genossenschaft gegenüber anderen Organisationsformen und aus Sicht der Mitglieder und potentieller Kunden nicht oder nur unzureichend gestellt wird. Es existieren keine Analysen darüber wie potentielle Neumitglieder von Energiegenossenschaften den Nutzen genossenschaftlicher Energie bewerten. Diese Lücke versuchen wir zu schließen.
Wir gehen der Frage nach, warum Menschen sich für den Strombezug bei einer Genossenschaft entscheiden und sogar Eigentümer ihres Elektrizitätsversorgers werden. Das Projekt untersucht mittels Choice Experiments den Nutzen einzelner Governancemechanismen der Genossenschaft für Stromkunden.
Neben den wissenschaftlichen Fragen bildet die Ableitung von Handlungsempfehlungen an Politik und Praxis einen weiteren Schwerpunkt des Projekts.

Finanzierung: DZ-Bank-Stiftung
Laufzeit: Dezember 2011 - November 2013

Projektleitung: Prof. Dr. Markus Hanisch
Bearbeiter: Jakob Müller, Jens Rommel, Julian Sagebiel